Elektrifizierung der Marschbahn für eine nachhaltigere und resilientere Zukunft

    Die 170 km lange Marschbahn ist eine der ältesten Bahnstrecken Deutschlands und verbindet Itzehoe mit Westerland auf Sylt, der beliebtesten Urlaubsinsel des Landes. Die vielbefahrene Strecke wird derzeit mit Diesellokomotiven betrieben. Mit der geplanten Elektrifizierung und Modernisierung soll sie künftig nachhaltiger und resilienter werden.
    Marschbahn electrification

    Der Ersatz der heute auf der Marschbahn eingesetzten Dieselzüge durch eine vollständig elektrifizierte Strecke sowie die mögliche Einführung des Europäischen Zugbeeinflussungssystems (ERTMS) bringen spürbare Vorteile für Touristen, Pendler und die Umwelt.

    Dank der Nutzung der umfangreichen Windkraftkapazitäten in der Region kann die Strecke künftig klimaneutral betrieben werden. Das bedeutet eine jährliche Einsparung von rund 15 Millionen Liter Diesel und 65.000 Tonnen CO2. Gleichzeitig sorgen leistungsstarke Elektrolokomotiven für höhere Zuverlässigkeit, bessere Fahrqualität und weniger wartungsbedingte Ausfälle.

    Die Marschbahn fit für die Zukunft machen

    Die wichtigsten touristischen Ziele an der Westküste Schleswig-Holsteins werden künftig schneller, zuverlässiger und ohne Umsteigen erreichbar sein – einschließlich einer direkten ICE-Anbindung. Zudem werden jährliche Betriebskosteneinsparungen in Höhe von 8 Millionen Euro erwartet.

    Parallel zur Elektrifizierung wir untersucht, welche Infrastrukturverbesserungen durchgeführt werden können. Dazu gehören neue Weichenverbindungen sowie Maßnahmen, um die Strecke für die Zukunft robuster und resilienter zu machen. Diese Arbeiten schaffen die Grundlage für häufigere und schnellere Verbindungen und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Angebotsverbesserung im landesweiten Nahverkehrsplan.

    Digitale Planung mit BIM für eine schnellere und optimierte Planung

    Ramboll wurde gemeinsam mit Obermeyer Infrastruktur und Arcadis Deutschland vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (NAH.SH) im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus mit der Projektbearbeitung beauftragt.

    Die anspruchsvolle Planungsphase umfasst die Freileitungsanlage, den Oberbau, Ingenieurbauwerke sowie Baugrund- und Umweltgutachten für den Abschnitt Heide bis Westerland.

    Das Projekt wird vollständig mit Hilfe von Building Information Modelling (BIM) geplant, was eine effizientere und schnellere Umsetzung ermöglicht.
    Marc Staiger
    Marc Staiger

    Principal Consultant, Heavy Rail Infrastructure and Systems, Ramboll

    Fokus auf Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

    Die Expert:innen von Ramboll setzen gezielt Maßnahmen ein, um den Ressourcenverbrauch zu senken und die Umweltauswirkungen unserer Projekte so gering wie möglich zu halten:

    Marschbahn sustainability practices

    Das Konsortium aus Ramboll, Obermeyer und Arcadis begleitet das Projekt in allen Phasen – von der frühen Konzeptplanung bis zur Ausschreibung der Bauleistungen. Da Fachleistungen nicht erneut ausgeschrieben werden müssen, lässt sich der gesamte Prozess deutlich beschleunigen.

    Die Vorplanung läuft bis Juni 2026, anschließend folgen die Entwurfs- und Genehmigungsplanung.

    Marschbahn in Zahlen:

    • Fakt: 170km

      Länge der Marschbahnstrecke

    • Fakt: €8m

      Erwartete jährliche betriebliche Einsparungen nach den Modernisierungen

    • Fakt: 65.000 Tonnen

      Jährlich vermiedene CO2-Emissionen auf der Marschbahn durch Nutzung von Windkraft statt Diesel

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    Stefan Wallmann

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